Die Evangelische Nikolauskirche in Ödenwaldstetten

Vermutlich noch in der Stauferzeit existierte eine kleine Wallfahrtskirche in dem sog. Ort Walichstettin, die dem Heiligen Nikolaus geweiht war. Mit Unterstützung des Klosters Zwiefalten wurde vermutlich im 13./14. Jahrhundert die Nikolauskirche daraus gebaut.

Zeugen aus dieser Zeit sind zwei Fresken von 1350 n.Chr. (eine Abendmahlsszene und eine Schutzmantelmadonna-Darstellung, sowie ein mittlerweile überarbeiteter frühgotischer Taufstein.

 

In der Reformationszeit wurden in der Kirche Emporen für die Männer und eine Bretterdecke mit Felderteilung eingezogen. Aus jener Zeit (ca. 1510/1520) stammt auch das gotische Kruzifix, das an der Südwand hängt.

 

1562 wurde Ödenwaldstetten evangelisch. Herzog Christoph schickte einen evangelischen Pfarrer „wider unseren Willen, Sinn und Gemiet“, wie der Schultheiß noch 1582 an den Abt in Zwiefalten schrieb. Ein Ende der Zwistigkeiten zwischen dem alten und neuen Glauben tritt erst 1750 ein, als Württemberg dem Kloster Zwiefalten seine Rechte abkauft.

 

Im Zuge dessen erfolgte eine Phase der Konsolidierung:1780 wurde ein neues Pfarrhaus gebaut. Auch in der Kirche kommt es zu baulichen Veränderungen: 1778 wird der Chor vergrößert, 1848/9 wird die Kanzel gebaut und die Empore bis über den Chorraum an der Nordseite gezogen.

 

1909/1910 fand eine umfangreiche Außen- und Innenrenovierung statt, bei der die alten Wandbilder entdeckt und neue Fenster eingebaut wurden.

 

1956 erhielt die Kirche ein neues Gestühl. Bei den Renovierungsmaßnahmen des vergangenen Jahrhunderts wurde die Chorempore entfernt, so dass der Chorraum wieder heller wurde.

 

Zwei der Glocken stammen noch aus der Zeit von 1590, eine trägt die Inschrift: „Si Deus pro nobis est quis contra nos.“ (Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein. Röm 8).

Die Orgel umrahmt das neue Chorfenster; sie besitzt noch teilweise alte Register.

Der Altaraufsatz stammt aus den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und zeigt das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern, das Ringen im Garten Gethsemane und vermutlich den Gang nach Emmaus.

 

 

 

Die Evangelische Christuskirche in Pfronstetten

Die evangelische Gemeinde im katholisch geprägten Pfronstetten besteht schon seit 1856. Damals lebten 23 evangelische Bürgerinnen und Bürger in Pfronstetten, die durch den Pfarrer erst in Zwiefalten, dann durch den in Bernloch mit versorgt wurden.

 

Nach der Jahrhundertwende kam das Bedürfnis nach einem Schulhaus und Betsaal für die evangelischen Christen auf. Mithilfe eines großen Zuschusses durch das Gustav-Adolf-Werk Ende der 30er Jahre konnte die kleine Christuskirche 1939 im Starenweg eingeweiht werden.

 

1972 kam die auch heute noch selbständige Kirchengemeinde Pfronstetten mit Aichelau, Aichstetten und Wilsingen zur  Kirchengemeinde Ödenwaldstetten dazu und bildete ab jetzt die Gesamtkirchengemeinde Ödenwaldstetten.

 

Nach verschiedenen Renovierungen wurden in den 90er Jahren Stimmen laut nach einer sakraleren Gestaltung des Kircheninnenraumes, und so entschloss man sich zu einer künstlerischen Neugestaltung der Kirchenfenster durch Frau Nollau aus Zwiefalten.

 

Die Fenster illustrieren zentrale Punkte der biblischen Heilsgeschichte und lassen dabei Altes und Neues Testament zu Wort kommen.